Wirtschaftsvorlesungen habe ich immer gehasst!

Aber irgendwie hat mich der Betbruder durch langes lautes Abspielen dieses youtubes-Videos davon überzeugt, dass dies eine veralterte Ansicht ist, die auch noch unter schlechten Bedingungen entstand.
Ich finde ja auch, dass Soziologie immer an die Wirtschaft geknöpft sein muss!

Alles gehört und gesehen :)

...um ein Persönlichkeitsprofil von der Betschwester zu bekommen, heute und hier ist mein bester Song auf der neuen Ä-Platte:
M&F - nein, ich war heute weder grillen noch tanzen.

Mal wieder ein Lied des Tages

Eigentlich hat mich beim Echo ein anderes Lied mehr angesprochen, aber irgendwas hat Clueso zusammen mit reiferen Herren . Und DER Wolfgang Niedecken, der mit dieser Gesichtsfrisur sehr sexy ausschaut zählt ja gleich mal doppelt so viel. Diese Erkenntnis musste wohl erst einmal reifen.
All die Aureblecke - auch für meinen emotionalen Ausbruch Anfang der Woche.

...hab ich Doch glatt vÄpeilt ;)

Heute ist die neue Ärzte-Scheibe erschienen und ich habe sie gestern erst bestellt. Also musste ich einfach mal bei der südamerikanischen Kriegerin mit ohne "e" nachhören.
Vielversprechend und interessant finde ich.
Am meisten spricht mich der "Waldspaziergang mit Folgen" an.
Wann hab ich eigentlich die nächste längere Autotour ohne Familie?

Nachtrag: Natürlich kann man sich schon auf www.bademeister.com alle Videos und Titel anhörschauen.

Menschenwürde

Ich habe heute eine sehr heftige Geschichte gehört.
Eine Frau hat in der Schwangerschaft Röteln, die Ärztin rät, nicht abzutreiben (vielleicht hat sie es auch sehr rigoros gesagt, es waren andere Zeiten). Das Kind wird geboren und gleich nach der Geburt wird dem Kind Nase und Mund zu gehalten...
Nein, ich habe es nicht erlebt, ich war nicht dabei, ich habe das Kind nicht gesehen. niemand weiß, ob die Ärztin das wirklich getan hat oder ob das Kind nicht aus einem anderen Grund gestorben ist, immerhin kann so etwas ja auch passieren.
Aber ich habe wieder über mich nachgedacht.
Grundsätzlich wollte ich als Kind erst Kindergärtnerin werden, dann als ich in Wismar vor zwanzig Jahren den Ausflug der Behindertenschule mit alle den spastischen Kindern und denen mit Down Syndrom gesehen habe, wäre ich gerne Sonderpädagogin geworden. Es hat mich fasziniert, ich war gefangen, natürlich hatte ich auch Mitleid. Aber damals genauso wie heute, befand ich es befremdlich, dass diese Menschen nicht im Alltagsleben dabei sind. Man sieht sie einfach nicht. Irgendwie muss ich immer an die Zauberer bei Harry Potter denken, die sind ja auch immer da, auch wenn wir Muggel sie nicht wahr nehmen. (Doch, wir werden wahr genommen, nur fühle ich mich oftmals sehr alleine!)
Nun ja, meine Eltern haben mir damals eingeredet, dass ich das nicht packe, ein Leben mit Kindern, denen ich zu viel Mitleid schenken würde, ohne dass ich helfen könnte. Als meine Mutter in all ihren Untersuchungen mitgeteilt bekam, dass ihre "Krankheit" vererbbar ist und ich diejenige bin, die diese weiter gibt, speziell an Mädchen, hatte ich mit 18 beschlossen, keine Mädchen zu wollen. Zum Glück hatte ich das 10 Jahre später vergessen. Trotzdem konnte ich mir ein Leben mit einem behinderten Menschen nicht vorstellen. Auch der Betbruder meinte, dass wir so viel Verantwortung für ein komplettes Leben nicht tragen können. Alleine deswegen haben wir die dussligen Triple-Tests gemacht, wenn ich auch bei Mara der festen Überzeugung war, dass ich auch ein behindertes Kind bekommen will, dass ich das kann. Die Tests sagten nichts aus und ich bekam ja auch ein normales Kind, welches erst mit 19 Monaten "behindert" wurde.
Hätte ich also beim Triple-Test erfahren, dass mein Kind behindert sei, es wäre nicht auf dieser Welt erschienen. Kucke ich mir mein Kind an, frage ich mich, warum. Ja, es ist schwer. Nein, so habe ich mir mein Leben nicht vorgestellt. Aber es geht. Irgendwie und manchmal auch mehr als irgendwie.
Ja klar, ich muss mich nicht beklagen, kommt immer von Menschen, die andere Menschen kennen, deren Kinder noch schwerer behindert sind. Ja klar, klugschei*en kann ich auch, aber JA, das verletzt mich! Ich packe es, dieses Leben zu leben und ich lebe so, als wäre ich selbst behindert. Ich kann nicht schnell laufen, viele Hobbies sind einfach so futsch, weil man eben nicht wandern kann in Familie, man kann nicht einfach mal einen Ausfllug mit dem Rad machen, weil das kleine Kind nicht bereit ist, hinten in einem Anhänger zu sitzen und zu warten, bis die anderen sich ausgestrampelt haben. Selbst Kombinationen von Inlinern und Behindertendreirad enden in Schreierei, weil die Inliner schneller sind als sie mit dem Rad.
Ich selbst habe wenig Freizeit, weil die Therapien eben doch nicht einfach in den Einrichtungen mitgemacht werden können. Der Therapeut muss zum Therapierenden passen, die Fahrtzeiten sind manchmal enorm. Ich würde gerne mit dem ÖPNV fahren, bekomme aber nicht alle Hilfsmittel in die Bahn bzw. würde ich schon, wenn ich mehr Arme hätte und eine bessere Wirbelsäule, um die ich mich aber nicht kümmern kann, weil ich ja so viele Therapietermine für das Kind habe und immer noch das innere Bedürfnis, arbeiten zu wollen.
Meine Mutter erzählte mir oben genannte Geschichte heute in dem Zusammenhang, dass ich noch viel Arbeit mit Mara haben werde und dass ich mich noch mal umkucken werde. Nun ja, ich kucke mich aber nicht um, weil das Leben so ist, wie es ist. Alles ist irgendwie meisterbar, für mich. Und wenn ich nicht mehr kann, dann muss eben eine Sparvariante von Maras Therapien her.
Deswegen hätte aber kein fremder Mensch der Welt das Recht, Maras Leben noch vor dem Leben zu beenden, nur um mir meine Aufgaben abzunehmen, die trotz aller Vorstellungen vom Leben vor Mara anders gewesen sind. Niemand hat das Recht, ein Leben über das andere zu stellen und mein Leben ist nicht mehr wert als das von Mara.
So, das war jetzt mein Wort zum Montag, weil ich das so nicht meiner Mutter sagen kann.


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