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Fünf

Ein bisschen haben wir die Reihenfolge gebrochen.
Die lautet nämlich 1. Haus, 2. Zaun, 3. Hund.
Nun ja...
Seit mehr als zwei Jahren diskutieren wir über die Größe, Rasse, Haarigkeit. Vor nicht ganz einem Jahr, beim Hausarzt nach meinem Zusammenbruch entdeckte ich die schöne Rasse Tibet Spaniel. Eigentlich passte alles und das Bild in der Zeitschrift sah auch etwas lebendiger aus, als die Hunde, die man allgemein im Web findet. Wie auch immer, ich speichelte mich auf so einen Hund ein, aber die Familie streikte. Grund: zu kurze Schnauze.
Ok, also weiter...
Pomsky fanden wir alle toll, aber die Überzüchtung war das, was wir nicht wollten. Die Rasse sollte etwas ursprünglicher sein. Beide Kinder fanden immer wieder Zwergspitzwelpen überniedlich. Mit dem Zwergspitz konnte ich mich nicht anfreunden, also haben wir uns auf Mittelspitz geeinigt.
Nun ist es aber definitiv nicht ganz so einfach, so einen Rassehundezüchter zu finden. Nächster Züchter 2,5 Autostunden entfernt. Blöd.
Mittlerweile nervte die Große ala: "...du hast versprochen ... Ende der Somemrferien... wird sowieso nichts.... keiner außer mir kümmert sich..." etc. pp. Nach so einem Anfall gestern Nachmittag spitzte ich mal die Suchmaschine an und die fand in 40 Autominuten jemanden, der vier Zwerg-Mittelspitz-Mischlingswelpen abzugeben hat. Fast spontan heute Vormittag angerufen (immerhin gab es noch zwei Welpen), eine Stunde später dort aufgeschlagen, 20 Minuten später Vertrag unterschrieben, angezahlt, Abholtermin ausgemacht.
So werden wir dann also ab Samstag zu fünft sein. Ich habe nur ein bisschen Angst vor der Babyzeit. Eigentlich dachte ich, damit wäre ich durch.

31.7.14 22:16


Drogen

Ich erinnere mich an Zeiten, wo man überall rauchen durfte. Es gab Zeiten, in denen bei Geburtstagen immer wenigstens ein Klarer angeboten wurde.
Jetzt sind wir so weit, egal wo man hin kommt, man bekommt selbstverständlich Kaffee angeboten, Tee ist schon etwas umständlicher zuzubereiten und man wird schief angesehen. Neben dem Kaffee steht oft auch eine kleine Gebäckschale auf dem Tisch.
Eigentlich habe ich das mit dem Kaffee für besondere Anlässe reduziert gehabt, Zucker bekomme ich aber nicht auf die Reihe. Ein Jahr nach dem Umzug hat jetzt aber die Waage wieder eine Zahl von vor dem Umzug angetickt, also dachte ich, mal wieder mit mehr Konsequenz die Ernährungsstrategie einhalten.
Also habe ich radikal von einem Tag auf den anderen Kaffee und Zucker aus meiner Ernährung gestrichen - und....
Ich habe furchtbare Kopfschmerzen! Eigentlich wusste ich, dass ich von dem Kram abhängig bin, aber man vergisst das doch leider immer wieder. Zum Glück ist Sommer, zumindest den Zucker bekommt man über frische Früchte.
3.7.14 18:38


Das ist falsch!

Für alle, die sich Zeit dafür nehmen mögen, bitte "Was zählt" von den Toten Hosen raus kramen, einlegen und laut drehen.

Neulich habe ich mit einem Freund telefoniert, einer von denen, die so roh und unbehaun sind. Also nichts von esoterischer Grundstimmung, nichts von Ernährungsphilosophien der neusten Art oder ewig glücklichem Leben unter bestimmten Bedingungen, keine buddhistische Weisheit oder was auch sonst man sich heutzutage in der Wohlstandsgesellschaft für merkwürdige Philosophien entwirft.
Da jemand aus dem Bekanntkreis verstorben ist, bestimmt das Thema "Tod" unseren Gesprächsfaden und jener mir genau aus im vorhergehendem Satz sehr beliebten Menschen sprach: "....und deswegen müssen wir im Hier und Jetzt leben!"
Seitdem verfolgt mich das Thema panisch. Ich lese, dass man Fische beneidet, sie sich nur fünf Sekunden zurück erinnern können oder Massais, die den Jetzt-Zustand als Ewigkeit betrachten. Und dann frage ich mich natürlich, warum man mich mit der Fähigkeit ausgestattet hat, mich sehr sehr weit zurück zu erinnern, warum ich mir eine Zukunft ausmalen kann und warum es wichtig ist, Entscheidungen spontan zu treffen oder doch besser genau zu beleuchten? Ich habe doch alle diese Fähigkeiten deshalb, weil es für Menschne wichtig war, weil sie damit besser überleben können.
Also habe ich mich entschieden, mit dem Mitglied meiner Familie ein Gespräch zu führen, welches vom IQ her, tatsächlich etwas leichter gestrickt ist. Tatsächlich hat das fröhliche Kind in ihrem Gehirn alles gelöscht, was in der Vergangenheit abgelegt sein müsste, dachte ich. Aber dann kamen wir dahinter, dass sie sehr wohl noch alles wusste. SIE allerdings hatte eine andere Perspektive auf die Dinge. Während ich mich an alles erinnern kann, was negativ war und mich belastet hat, war in ihrem Hirn abgespeichert, was sie fröhlich gestimmt, was sie zum Lachen gebracht hat, wobei sie einen Mörderspaß gehabt hat.
AH!
Kluges Kind!
Sie liest ja auch keine Dramen, sie schaut sich keine Rosamunde-Pilcher-Filme an, sie mag keine Toten Hosen mit "Was zählt" (Ihr könnt also die Mucke aus schalten! ), sie lebt. Natürlich lebt sie mehr "Hier und Jetzt", weil sie so viel machen musss, viel mehr als wir alle zusammen, denn während wir uns erinnern können, arbeitet sie einen Sack voll Dinge ab, die wir bereits können. Sie braucht mehr Kraft und Energie, mehr Zeit, um Dinge zu erledigen, die wir nebenher machen können und dabei natürlich immer vom "Hier und Jetzt" abdriften, abdriften in Regionen, die uns anerzogen wurden, Regionen, die durch negative Auslegung unsere eigene Leistung nach oben schieben, die uns zeigen, dass wir dank der Bewältigung riesiger Probleme hinter uns und einem noch größeren Berg Problemen vor uns einen großen Wert haben müssen, selbst bei dem Gefühl, dass wir eigentlich schon längst zusammen gebrochen sind.
Negativ! Dumme Menschen - obwohl oder weil sie klug sind?
Daher kommt aber der Spruch "Hier und Jetzt", damit wir weiterhin im negativen Strudel ersaufen können, damit wir das Negative schön in Kisten verpackt um uns stapeln können und für einen Moment versuchen zu vergessen.
"Hier und Jetzt" geht vorbei und sobald ich drüber nach denke, bin ich doch auch schon wieder im "Gestern". Mir gefällt in einem meiner Lieblingsbücher die Geschichte "Auch das geht vorbei", weil es dazu aufruft, den Moment so zu nehmen, wie er ist, bewusst leben, ABER so wie meine Kleine, fröhlich in die Vergangenheit und optimistisch in die Zukunft kucken.
Von daher würde es wirklich Allen gut tun, wenn wir Inklusion nicht nur philosophieren sondern auch umsetzen würden. Wir sehen ihr Leid, dabei sind sie alle samt sehr fröhliche und optimistische Menschen. Lasst uns also so wie sie positiv denken, denn im schlimmsten Fall haben wir wirklich nur dieses eine Leben!
13.6.14 09:45


"Männä und Saun"

Kindliche Sprachbilder sind oftmals Phänomene, so wie dieses hier.
Nicht dass die kleine Maus dies nicht deutlicher sprechen könnte, nö, aber für sie ist es einfacher, den Buchstaben mit der Zunge, als mit den Lippen zu artikulieren und so werden aus Männern und Frauen - Männä und Saun.
(Ich bin wirklich froh nordisch zu sein, weil somit die Rachenartikulation sowieso vernachlässigt wird - wir können grundsätzlich kein richtiges "r" sprechen. )
19.5.14 07:39


Muttertag...

...ist mir eigentlich nicht wichtig.
Meine Kinder lieben mich, ganz ganz sicher! Und weniger Arbeit kann ich nicht einfordern, immerhin ist die Kleine ein Pflegefall und die Große übernimmt dabei Aufsichtspflichten, die mir wiederum Atempausen verschaffen.
Warum ist der heutige Tag aber wichtig?
Mein IQ-"geistig behindert"-Kind heute morgen knapp nach dem Aufwachen:
"Heute it Muddadat!" "Mei Tuhanten!" "Meine Didel!" *Karterausfisch* "Allet Dute tum Muddadat!" "Niet tolt dein!" "Nein, ich bin nicht stolz auf dich."
Ich finde das sehr beachtlich, auch wenn sie sicherlich acht Jahre alt ist und gewöhnliche Kinder damit Schwierigkeiten haben (natürlich, weil sie mit ihren vielen Gedanken woanders sind. ) - sie hat das Potential, sich so etwas zeitlich korrekt zu merken und abzurufen.
Ich denke, da steckt genug Potential in dem Wesen, was man bestimmt auch in dieser Gesellschaft brauchen kann!
11.5.14 09:58


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